Montag, Oktober 16, 2006

CBS nutzt Google Earth, um Nachrichten navigierbar zu machen

Screenshot von Google Earth mit CBS NachrichtenCBS, einer der größten amerikanischen Hörfunk- und Fernsehsender und seit einiger Zeit Kooperationspartner von Google, bietet einen Google Earth Channel an, bei dem Nachrichten mittels des XML-Formats KML in Googles Geodaten-Client verortet werden (via Micro Persuasion).

Nachrichten über eine geographische Oberfläche navigierbar zu machen, ist sicher eine reizvolle Idee, aber ich weiß nicht, ob da irgendwann wirklich mal was sinnvoll Nutzbares rauskommt. Aus Neuseeland kommt im übrigen ein ähnlicher Versuch, der als Google Maps Mashup funktioniert und Nachrichten von Newsvine.com verlinkt: World News (via GoogleWatchBlog).

Screenshot vom Weltatlas bei tagesschau.deUpdate: Wohlinformierte Kollegen haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich da anscheinend was übersehen habe: tagesschau.de hat schon seit Sommer diesen Jahres einen Flash-Weltatlas im Angebot, der Nachrichten geographisch navigierbar macht - und das Ding ist ausgesprochen usable. Chapeau.

Freitag, Oktober 13, 2006

SitePoint und Ektron veröffentlichen Studie zum Stand der Webentwicklung

Der Onlineverlag SitePoint und der CMS- und Editorhersteller Ektron haben eine Studie zum Stand von Webtechnologien veröffentlicht ("The State Of Web Development 2006/2007"). Basis ist nach eigenen Angaben eine im Sommer 2006 durchgeführte Umfrage unter 5.000 "web professionals". Die Professionals scheinen eher aus dem Webdesign zu kommen, geben doch 40% Dreamweaver als ihre primäre Entwicklungsumgebung an.

Interessant sind aber die Antworten auf die Frage, welche Technologien bei Projekten in den nächsten zwölf Monaten zum Einsatz kommen sollen. Hier geben

  • 46% der Befragten an, Ajax nutzen zu wollen,
  • 29% setzen auf den Einsatz von JavaScript Libraries
  • und nur 27% wollen von Flash nicht lassen.

Auf die Erwartungen an Social Software und abgeleitete Publikationsformen verweisen die Angaben, dass

  • 38% der Befragten Blogs in ihre Projekte integrieren wollen,
  • 25% die Produktion von Podcasts planen
  • und immerhin 20% an den Einsatz von Wikis denken.
  • Etwas verwirrend ist, dass nur 36% die Syndizierung ihres Angebots planen.

Die nicht quantifizierten Antworten auf die Frage, was "the next big thing" im Web sein werde, sehen Entwicklungen u.a. in Bezug auf

  • Innovative Navigation: 3D-Navigationen und Sprachsteuerung
  • Portabilität von Information und Funktion: Nutzung durch eine Vielzahl von Endgeräten, anpassbar an individuelle Bedürfnisse, und Integration von Internettechnologien in Geräte, die nicht primär dem Internetzugriff dienen (z.B. der wohlinformierte Kühlschrank)
  • Informationserschließung und Verknüfung durch Technologien des Semantischen Web und Softwareagenten

Eine Single user license der Studie kostet moderate 795 US-$. Ein kostenloser Auszug, aus dem auch obenstehende Angaben entnommen sind, wird aber bei SitePoint zum Download angeboten. (via ReadWriteWeb)

Donnerstag, Oktober 12, 2006

Google kauft Schalke

Wenn man mehrere Wochen offline gewesen ist, um sich den interessanteren Seiten des Lebens zu widmen, können anschließend FeedReader und Mailaccount etwas einschüchternd sein. Andererseits ist es beruhigend dann festzustellen, dass die Onlinewelt noch weitgehend wohlgefügt ist. Google kauft für 1,65 Dollar irgendeine unbedeutende Videoplattform, was aber ok ist, denn die Russen kaufen im Gegenzug für 125 Milliarden Rubel den FC Schalke 04.

Dienstag, September 05, 2006

Das Ende

Bildschirmabbild einer Seite: Achtung: Sie haben die absolut letzte Seite des Internet erreicht. Wir hoffen, sie haben Spaß am Surfen gehabt. Schalten Sie jetzt bitte ihren Computer aus und gehen sie nach draußenHeute bei Rocketboom der verdienstvolle Hinweis auf das abolute Ende.

Dienstag, August 29, 2006

Nihilistisches Blogging

Die Sommerausgabe von Lettre International (Nr. 73) druckt einen Essay des Medientheoretikers Geert Lovink: Digitale Nihilisten. Wie die Blogosphäre den Medienmainstream unterminiert.

Lovink gesteht zu, dass es angesichts der unübersehbaren Vielzahl und Vielfalt an Blogs, nahezu unmöglich sei, allgemeine Einschätzungen über ihre Natur abzugeben, aber gerade dies sei notwendig, geradezu "von strategischer Bedeutung" (und behauptet damit natürlich die strategischen Bedeutung seiner eigenen Einschätzungen). Zwar weist er auch auf die Funktion von Blogs als "Instrument für das Management des Selbst" im Hinblick auf Wissensmanagement einerseits und Öffentlichkeitsarbeit des Bloggers in eigener Sache andererseits, aber sein Fokus liegt auf der Konfrontation von Massenmedien und Blogosphäre.

Dabei wird Bloggen für Lovink zum Feed-Back-Kanal für Mainstream-Medien: "Bloggen bedeutet lediglich, auf Nachrichten mittels eines Links zu verweisen und diese mit wenigen Sätzen zu ergänzen [...]", durch Menschen, die "aufgehört haben, an die Medien zu glauben". Ihre Bindung an die Massenmedien sei daher nihilistischen Charakters: "Bloggen ist ein nihilistisches Verfahren, weil es die Struktur der Eigentümerschaft der Massenmedien hinterfragt und attackiert." Und weiter: "Blogs bringen Verfall. Jeder neue Blog soll seinen Teil zum Untergang des Mediensystems beitragen, das einst das 20. Jahrhundert dominierte".

Und der ein oder andere poststrukturalistische Emphatiker scheint da schon auf Lovinks Schulter zu sitzen:

Blogger sind Nihilisten, weil sie "zu nichts gut sind". Sie veröffentlichen ihre Artikel in ein Nirwana hinein und haben die Vergeblichkeit in eine produktive Kraft verwandelt. Sie sind die Parteigänger des Nichts, die den Tod der zentralisierten Bedeutungsstrukturen feiern und dabei ungerührt die Anschuldigung ignorieren, sie produzierten nur sinnloses Rauschen.

Diese terminologische Mobilmachung klingt dann doch ein wenig nach medientheoretischem Pfeifen im Walde, das die nicht zu leugnenden Unübersichtlichkeit verscheuchen möchte.

Die "Struktur der Eigentümerschaft der Massenmedien" - meine Freunde von der linkshegelianischen Front sprechen da ebenso kühn wie konzis von Besitzverhältnissen - sind es ja gerade eher nicht, die da der Attacke unterliegen. Es ist der Zugang zur Öffentlichkeit (als anonymer Markt der Aufmerksamkeit, also "Nirwana"), der - die technologischen und ökonomischen Barrieren gesenkt, die Hemmschwellen mediatisiert - demokratisiert wird. Diesen Strukturwandel der Öffentlichkeit würde ich mir präzise und in weniger metaphorischer Rede beschrieben wünschen.

Und bevor ich's vergesse: auch die Sommerausgabe von Lettre ist wie immer ausgesprochen lesenswert.

Donnerstag, August 24, 2006

Web 2.0, Berners-Lee und Bullshit

Im podcast der Reihe DeveloperWorks Interview von IBM äußert sich Tim Berners-Lee im Gespräch mit Scott Laningham zur Vergangenheit und Zukunft des Web. Es wundert nicht, dass er signifikante Fortschritte vor allem von der Entwicklung des Semantischen Webs erwartet. Aber er relativiert dabei auch entschieden den Marketing Hype um den Begriff Web 2.0. Auf die Frage, ob er die verbreitete Einschätzung teile, dass es beim Web 1.0 um die Verbindung von Computern und die Zugänglichmachung von Informationen ging, beim Web 2.0 hingegen darum, Menschen zusammen zu bringen und neue Wege der Zusammenarbeit zu ermöglichen, sagt Berners-Lee:

Ganz und gar nicht. Beim Web 1.0 ging es immer darum, Menschen zusammen zu bringen. Es war ein Raum der Zusammenarbeit und ich glaube, dass "Web 2.0" natürlich ein Kauderwelsch-Begriff ist: keiner weiß, was das heißen soll. Wenn Blogs und Wikis für jemanden das Web 2.0 ausmachen, dann dreht sich das um Mensch-zu-Mensch-Kommunikation. Aber das ist genau das, worum es beim Web immer ging.
Und dieses sogenannte Web 2.0 heißt, die Standards zu verwenden, die von all den Leuten entwickelt wurden, die am Web 1.0 gearbeitet haben. Es bedeutet, das Document Object Model zu verwenden, HTML, SVG und so weiter. Es verwendet HTTP und baut also Sachen auf Grundlage der Web Standards - plus natürlich JavaScript.

via Read/Write Web

Wenn also das "Web 2.0" dahin gepackt ist, wo es hingehört, kann man sich dem satirischen Web2.0-Logo-Generator widmen und anschließend sich beim Web 2.0 Bullshit Generator (TM) die passende Catchphrase besorgen. Bei Web Two Point Oh! bekommt man auch noch den entsprechenden Firmennamen generiert. Oder alles in umgekehrter Reihenfolge, wer weiß. (via O'Reilly Radar)

Dienstag, August 22, 2006

Kevin Rose (digg) im Interview auf PodTech

PodTech News startet eine Interviewserie "Web 2.0 Voices". In deren ersten Folge spricht Catherine Girardeau mit Kevin Rose, dem Gründer und Chefarchitekt der social bookmarking site digg, der es letzte Woche immerhin auf das Cover der Business Week gebracht hat. Rose erzählt unter anderem über Zukunftspläne für digg, bleibt dabei aber ausgesprochen vage: geplant seien "Schritte in verschiedene Richtungen, die über eine soziale Nachrichtenseite hinausweisen".

Montag, August 07, 2006

Der Onliner Atlas 2006 liegt vor

Der repräsentativen Studie Onliner Atlas 2006 von tns infratest und der Initiative D21 liegt die telefonische Befragung von rund 50.000 Bürgern über 14 Jahre zu Grunde. Die interessantesten Ergebnisse:

58,2% der Bevölkerung gibt an, das Internet zu nutzen
Der Anteil ist gegenüber dem Vorjahr um gut 3 Prozentpunkte gestiegen (2005: 55,1%). Die Lücke zwischen jüngeren Nutzern und älteren mehrheitlich Nichtnutzern bleibt dabei im Wesentlichen unverändert. Die Nutzungsverteilung zwischen den Geschlechtern dagegen nähert sich langsam an. Der Zuwachs der Nutzer unter den Frauen liegt bei knapp 4 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr (jetzt 51,5%), der Anteil der Nutzer unter den Männern wuchs dagegen um gut 2 Prozentpunkte (jetzt 65,4%). Neben formalem Bildungsniveau hat auch das Haushaltseinkommen einen signifikant positiven Einfluss auf die Online-Nutzung. Insgesamt liegt in Deutschland die Internetnutzung im europäischen Vergleich im vorderen Mittelfeld, deutlich zurück hinter den skandinavischen Ländern und den Niederlande.
47,6% der Internetnutzer verfügt über einen breitbandigen Zugang
Dabei ist der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr beachtlich: 7,5 Prozentpunkte. Allerdings zeigen sich hier deutliche regionale Unterschiede: so verfügen in Nordrhein-Westfalen rund 54% über einen Breitbandzugang, in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt liegt der Anteil bei nur etwa einem Drittel.
6,3% der Anwender fühlen sich vollkommen sicher, 43,3% fühlen sich sicher, 30,4% einigermaßen sicher, bei der Nutzung des Internet
Dieses Ergebnis, das die Macher der Studie als erfreuliches Ergebnis feiern, macht mich ein wenig unruhig. Der Sonderteil der Befragung zum Thema "Wie schützen sich die deutschen Onliner im Internet" ist wie die anderen Ergebnisse als pdf abrufbar.

Freitag, August 04, 2006

Der Spiegel berichtet über das Web 2.0

Titelbild Der Spiegel. Nr 2006/29, 17.07.2006: Ich im Internet. Wie sich die Menscheit online entblößtVor zwei Wochen hatte der Spiegel mit einer Titelgeschichte zum Web 2.0 aufgemacht und über Blogs, Wikipedia, Flickr, YouTube, MySpace und anderes Unheimliche berichtet. Im gewohnt cool-alarmistischen Spiegelsound werden "Folgen für die politische und gesellschaftliche Entwicklung" befürchtet und ein Bedrohungsszenario für "die klassischen Medien" beschworen. Als Sekundant holt sich der Spiegel den notorischen Medienphilosophen Norbert Bolz, der prompt mit starken Sprüchen dienlich ist: Wikipedia sei "Doxa fürs Volk" (Doxa = "reines Meinungswissen") und ältere Spiegelsemester greifen beruhigt zu ihren Opiaten. Bolz spricht, in Anspielung auf Nikolaus von Kues (und das ist alles andere als ein blöder Gedanke), von Mitwirkenden an Wikipedia weiter als "idiotae" - den "Eigensinnige[n], die selbst was wissen und sich von den Gelehrten nichts mehr sagen lassen". Der Spiegel versteht "Idioten" und fragt: "Sie wollen Milliarden Surfer als Idioten abstempeln?".

Jetzt hat Spiegel Online im Nachschlag zu der Titelgeschichte herausgefunden, wer das Web 2.0 trägt: "Wer viel Zeit hat, weil er zum Beispiel arbeitslos ist, oder sehr reich, Schüler oder ein nicht allzu eiliger Student, der kann auch viel zur Unterhaltung Anderer tun. Bloggen zum Beispiel." Auch generell "Menschen mit viel Zeit (oder wenig Privatleben)" sind verdächtig, in Besonderheit aber "arbeitslose Softwareentwickler".

Donnerstag, August 03, 2006

Web 2.0, defined

Ausgewählte Ergebnisse auf eine nicht repräsentative Umfrage. Nutzer von Basecamp antworten auf die Frage, was sie unter dem Begriff "Web 2.0" verstehen. Neben den berechtigten Definitionen als "marketing bullshit about using smartly some old technology (css+js+dom)" und "big text and rounded corners" eine Sammlung von Erwartungen (und natürlich marketing bullshit).

Montag, Juli 31, 2006

User generated videos

Auf halbem Wege zwischen YouTube-Hype und einem sich entwickelnden Sektor des privaten Vodcasting, nimmt die Tendenz etablierter Medienanbieter zu, user generated content auch in Form von privaten Videos in das journalistische Angebot zu integrieren. Diese Integration ist dabei in mehrfacher Hinsicht von strategischem Interesse für die klassischen Anbieter. Zum einen ist die Einbindung von home made videos geeignet, die Kundenanbindung der Prosumer zu verstärken (was sich letztlich auch auf den reinen Consumer auswirkt, dem die Distanz zum Medienanbieter verringert erscheint, wenn ihm bei xyz.com Nachbars Video begegnet). Zum anderen ist die Integration Mittel, den Graben zwischen professioneller Publizistik und einer etwaigen privatpublizistischen Gegenöffentlichkeit (meist eher in Form einer Nebenöffentlichkeit oder veröffentlichten Privatheit) zu überschreiten, um einer Ausdifferenzierung hin zu parallelen Medienwelten entgegen zu wirken. Ein Mitnahmeeffekt ist der vereinfachte (und wahrscheinlich kostengünstigere Zugang) zum Zufallsvideo vom BreakingNews-Event - bei jedem zweiten Flugzeugabsturz scheint heutzutage zumindest ein Camcorder mit zu laufen.

Zwei Beispiele von heute. Steve Rubel berichtet in Micro Persuasion vom Launch der Video Community von WeatherBug, einem amerikanischen Wetterdienst, der nunmehr in einer Betaversion eine Sharing-Plattform für private Wettervideos anbietet. Und heise.de meldet, dass CNN mit CNN Exchange Nutzern eine vereinfachte Möglichkeit gibt, Fotos, Videos und Audios einzusenden (sogenannte "I-Reports"), die dann einer journalistischen Verarbeitung zugeführt werden.

Damit sind auch zwei Möglichkeiten der Anbindung des user generated content an das Angebot des klassischen Medienanbieters umrissen. Einerseits die Sharing-Plattform, die sich zwar am thematischen Portfolio des Anbieters orientiert, aber vom professionellen Teil zunächst gesondert ist - und andererseits die weiter gehende Integration des Materials in das publizistische Angebot, als Rohmaterial der journalistischen Aufbereitung oder in direkter Anbindung an den redaktionellen Inhalt.

Update [07.08.2006]: Heute meldet heise.de, dass auch RTL den weiteren Ausbau seiner Sharing-Plattform clipfish.de plant. Clipfisch ist seit Mitte Juni online.

Freitag, Juli 28, 2006

Podcasting,soziologisch

Im Rahmen von kommunikation@gesellschaft hat Dennis Mocigemba von der Universität Bremen dankenswerter Weise seine "qualitativ-explorative Studie" zu Beweggründen, Ambitionen und Ansprüchen von Podcastern, Eine Typologie von Sendemodi im Podcasting [pdf, 120 KB], online gestellt.

Auf Basis von 19 Interviews mit Podcastern extrapoliert Mocigemba sechs Idealtypen von Menschen, die Podcasting aktiv betreiben:

Der Explorer
betreibe Podcasting, um die technischen Möglichkeiten des Mediums zu erkunden. Der eher technisch-spielerische Ansatz dieses Typus gehe mit reduzierten Qualitätsansprüchen gegenüber dem eigenen Produkt einher. Diesem Typus, der vor allem in der Frühphase dieser Technologie eine tragende Rolle als early adopter spiele, sei die Interaktion mit anderen Podcastern wichtiger als die Interaktion mit den Konsumenten [S. 11-14]
Der Personality Prototyper
gehe mit seinem Podcast online, um sich "selbst darzustellen und verschiedene Formen der Selbstdarstellung zu erproben" [S. 14] und verstehe Podcasting "vorrangig als Bühne für die eigene Person" [S. 15]. Technische Qualitätsanforderungen seien diesem Typ zwar wichtig, aber der Persönlichkeit des Senders werde der Vorrang gegenüber dem thematischen Aspekten des Sendens eingeräumt [S. 15-17]. Die Interaktion mit den Hörern sei für den Personality Prototyper von besonderer Wichtigkeit, der Kontakt zu anderen Podcastern dagegen weniger [S. 17].
Der Journalist & ThemenCaster
sei "geprägt von einer sehr starken Orientierung an den Bedürfnissen seiner Hörer" und versuche "mit seiner Sendung Wirkung zu erzielen in Form von Wissensvermittlung, Hilfestellung und [...] Unterhaltung" [S. 18]. Die technische Qualität spiele für diesen Typus keine herausragende Rolle, die Beziehung zu seinen Hörern und die Vernetzung mit anderen Podcastern aber sehr wohl - letzteres begründet Mocigemba mit dem Interesse an kommerzieller Nutzung dieser Technologie[S. 19].
Der Rebell
sehe sein Handeln "als Protest gegen die etablierten Medien" [S. 20]. Der Anspruch eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen, präge auch die Bedeutung, die dieser Typus der Interaktion mit Hörern und anderen Podcastern zumesse [S. 21].
Der Socal Capitalist
sende vornehmlich, "um soziale Interaktion zu initiieren": "Er betreibt Podcasting als Mittel, gezielt oder ungezielt Sozialkapital [...] zu akkumulieren" [S.22]. Dabei interessiere diesen Typus weniger die Praxis des Sendens oder "technische und formale Aspekte", wichtig seien ihm die persönlichen Erfahrungen, Kontakte und Freundschaften zu Hörern und anderen Podcastern [S. 23]
Den Social Gambler
habe ich nicht so ganz verstanden, aber er scheint ein Sozialer Kapitalist zu sein, den das Experiment und das Spiel mit den Hörern mehr lockt, als dauerhaftes Sozialkapital
.

Donnerstag, Juli 27, 2006

IE 7 wird per Windows Update verteilt

Der IE Blog spricht heute von Planungen Microsofts, den Internet Explorer 7 per Windows Update zu verteilen. Die agressive Verteilmethode wird mit Verweis auf Sicherheitsgründe gerechtfertigt. Auf einen genauen Termin legt sich Microsoft - jenseites der vagen Angabe viertes Quartal 2006 - derzeit nicht fest. Nachdem mit Beta 3 die angeblich letzte Vorabversion vorliegt, sind Spekulationen, die von einem Release im Oktober ausgehen, vermutlich nicht völlig daneben (maximal um drei Monate vorbei). Die Kosten die weltweit entstehen werden, um standardkonforme Webangebote, die mühsam auf IE5/6-kompatible Anzeige getrimmt werden mussten, jetzt für IE7 passabel zu machen, werden kaum mit zweistelligen Millionen Euro/Dollar Beträgen zu messen sein. Das demnächst gleichfalls anstehende Release von Firefox 2 wird aber weltweit sicher Hunderte von Dollars kosten.

Mittwoch, Juli 26, 2006

Gotuit.com macht Video-Streams

Screenshot der Startseite von gotuit.comVorgestern hat sich mit gotuit.com ein neuer Breitband-Video-Streaming Anbieter auf dem Markt gezeigt. Videos von kommerziellen Content-Anbietern werden von Gotuit Media per Flash 8-Streaming online präsentiert. Nicht der Bringer für Linux-Anwender, denen aber Adobe derweil besänftigend zuspricht: Flash 9 werde Anfang 2007 für Linux bereit stehen, sagt Adobes Product Manager Emmy Huang. Ein wenig spät, hatte man doch Flash 8 für Linux gleich ganz unter den Tisch fallen lassen. Gotuit Media ihrerseits annoncieren ihr Angebot mit Hinweis auf die Suchmöglichkeiten innerhalb der Videos. Kein Durchbruch in Sachen maschineller Bildanalyse - fleißige Niedriglohnarbeiter taggen die Videos.

Dienstag, Juli 25, 2006

PopUp Politiker

Screenshot der Beispielseite von Sunlight FoundationTechCrunch stellt ein Dingsbums vor, das von der Sunlight Foundation angeboten wird: ein Layer mit Informationen zu Kongressabgeordneten (Portrait und Links), das per Ajax in beliebige Seiten eingebunden werden kann (Weiteres zur Einbindung hier). Aber wer will denn schon so viel über Abgeordnete wissen?